Voodoo Island - Vorschau, Taktik & Strategie, PlayStation2, XBox, PC

Voodoo Island
22.07.2003, Paul Kautz

Vorschau: Voodoo Island

Sitzt der Dreispitz korrekt? Die Augenklappe? Krächzt der Papagei vorschriftsmäßig? Ist der Degen poliert, die Muskete geladen, die Rumbuddel gefüllt? Dann kann ja nix mehr schief gehen - denn in Voodoo Islands überleben nur Vorzeigepiraten. Was das Spiel des Stuttgarter Entwicklers Spirit zu bieten hat, erfahrt Ihr in der Preview.

Der Geruch von frischem Pulver am Morgen, klirrende Säbelkämpfe am Mittag, eine gut verbuddelte Schatzkiste zwischendurch und der betörende Duft von schönen Frauen am Abend - das ist das wahre Piratenleben! Genau das dürft Ihr in Voodoo Islands nachspielen: als frischgebackener Piratenkapitän sucht Ihr nach Schätzen, liefert Euch zu Lande und zu Wasser Echtzeitkämpfe und erfüllt vielerlei Aufträge.

Zunder und Feuerstein

Der momentane Entwicklungsstand des Spiels unterscheidet sich sehr vom bislang bekannten: früher lag der Fokus auf einer Comic-ähnlichen Gestaltung. Doch nach dem Weggang von Koch Media haben die Designer speziell die Grafik komplett umgekrempelt. Ihr lauft jetzt weich animiert durch realistische Tropengefilde, die mit den ersten Bildern á la Monkey Island 4 nichts mehr zu tun haben. Die Figuren wirken realer, und die Schiffe nicht mehr kugelrund.

Die vielen NPCs der karibischen Inseln versorgen Euch ständig mit für den Storyverlauf mehr oder weniger nützlichen Aufträgen, in denen Ihr beispielsweise Personen befreien oder Schätze finden müsst. Als Belohnung für die Erfüllung scheinbar unwichtiger Nebenquests gibt es in erster Linie natürlich Gold, was für einen Piraten Grund genug sein sollte. Damit könnt Ihr neue Waffen kaufen, Euer Schiff reparieren lassen oder eine bessere Crew anheuern.

Leinen los!

Da Voodoo Islands ein Action-Adventure ist, hantiert Ihr nicht nur mit dem Degen, sondern müsst auch den einen oder anderen Auftrag erfüllen.

Dem Schiff kommt eine sehr starke Bedeutung zu: denn Ihr treibt Euch natürlich nicht nur auf einem Eiland herum, sondern schippert ständig von einer Insel zur nächsten - dabei kommt es unterwegs unweigerlich zu Feindkontakt. Dann heißt es »Kanonen raus!« und »Feuer frei!«, und zwar möglichst so, dass der gegnerische Kutter die Segel streicht. Dazu könnt Ihr Euch in bestimmten Winkeln zum Feind ausrichten, so dass er Euch schwerer trifft. Winkt verlockende Beute, könnt Ihr auch die Planken ausfahren, und den Kahn entern, was wiederum zu Echtzeitkämpfen auf dem schwankenden Brett führt. Habt Ihr schließlich die gewünschte Beute, kann die Fahrt weitergehen.

Wer Voodoo Islands zum ersten Mal sieht, wird vor allem aufgrund des Wassers aufjuchzen: derart realistische Reflektionen und Lichtbrechungen hat man bislang nicht gesehen. Auch die witzig designten Figuren, liebevoll gestalteten Inseln und zahlreichen Animationen hinterlassen schon jetzt einen sehr guten Eindruck. Während der Seeschlachten fliegt Euch das Gebälk um die Ohren, die Inseln verfügen über allerlei verzierendes Buschwerk und gelangweilte Wachen kratzen sich am Hintern. Witzigerweise waren die ersten Animationen motion-captured, schlussendlich entschlossen sich die Entwickler aber doch für Handarbeit, um die Übergänge so fließend wie möglich zu gestalten.

Land in Sicht!

Auch die Kämpfe werden passend vertont: Die Degen klirren, die Flinten krachen, und die Figuren fluchen herzhaft. Das dürfte allerdings nicht für den Spieler gelten, denn Spirit hat sich für eine extrem einfache Steuerung entschieden. Eine Maustaste dient zum schlagen, eine zum Abwehren. Schleicht Ihr Euch unerkannt an einen Gegner heran, könnt Ihr ihn auch mit einem tödlichen Angriff über die Planke gehen lassen.

Begleitet werdet Ihr von karibischen Klängen und jeder Menge, momentan noch englischer Sprachausgabe - die besonders während der Multiple-Choice-Dialoge mit vielerlei Wortwitz und Piratengags glänzt.

Ähnliches gilt auch für die Schiffskontrolle, die im simplen Shooter-Stil gehalten ist, um den virtuellen Kapitän nicht zu nerven. So müsst Ihr Euch beispielsweise nicht mit langwierigen Anlegemanövern herumschlagen - ein Knopfdruck in der Nähe einer Anlagestelle parkt Euren Kutter automatisch an die richtige Stelle.

Ausblick


Arrrrr - Entern und Plündern ahoi! Grafisch steckt Voodoo Islands jede Tropeninsel in die Tasche. Spielerisch punktet es mit einfachen Kämpfen, cooler See-Action und netten Adventure-Elementen. Wenn das Ganze noch in einen passenden Story-Rahmen mit spannenden Missionen gequetscht wird, ist der Urlaub in der Karibik schon so gut wie gebucht. Außerdem fände ich persönlich noch ein kleines Kombo-System für die Schwertkämpfe und animierte Gesichter schön - momentan wirken die Figuren noch etwas leblos.