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Super Mario 3D World + Bowser's Fury
10.02.2021, Matthias Schmid

Im Test: Katzenmario & Wutbowser

Gut sieben Jahre hat Super Mario 3D World schon auf dem Buckel: Nun kehrt der Wii-U-Platin-Hüpfer auf Switch zurück und bringt mit Bowser’s Fury ein ausgewachsenes Zusatz-Abenteuer mit. Kann die Katzen-Kombo die hauseigene Hüpf-Odyssee vom Jump’n’Run-Thron stoßen? Die Antwort gibt es im Test.

Ein bisschen Open World


Ich bin mir relativ sicher, dass kein Hüpfspiel-Designer bei Nintendo den 2019er Indie-Hopser Woddle Tree 2 gezockt und dann gesagt hat: „Genau sowas machen wir auch im nächsten Super-Mario-Spiel“. Nochmal deutlich unwahrscheinlicher dürfte sein, dass man in Kyotos Klempner-Katakomben meinen Test von eben diesem Woddle Tree 2 gelesen hat. Schade eigentlich - denn dort orakelte ich schon, dass dieser etwas billig anmutende 3D-Hüpfer das Potenzial hat, Blaupause für die nächste Jump’n’Run-Evolution zu sein. Ich zog Vergleiche zur offenen, immer motivierenden Spielwelt eines Breath of the Wild und lobte die stets lockend aussehenden Plattformen, die man allenthalben vor der Nase hatte. Woddle Tree 2 setzte im Gegensatz zu einem Super Mario Odyssey, dem letzten großen Nintendo-Jump’n’Run, nämlich nicht auf mehrere Sandbox-Areale, sondern pflanzte seine in die Vertikale sprießenden Hüpf-Inseln auf eine große, frei begehbare Ebene - das war und ist erstaunlich viel Open-World-DNA für das Plattform-Genre. Warum ich das erzähle? Haargenau dasselbe tut nun auch Bowser’s Fury!

 

Schnellreise-Möglichkeit: An solchen Pfosten kann man den Klempner über weite Entfernungen flitschen.
Doch bevor ich konkret auf die spielmechanischen Eigenheiten des Zusatzabenteuers eingehe, ein paar Worte zur Entstehungsgeschichte von Super Mario 3D World: Alles beginnt im November 2010, als Shigeru Miyamoto die Entwicklung zweier Super-Mario-Hüpfer für den 3DS bestätigte. Das eine wurde bekanntlich das goldige New Super Mario Bros. 2, das andere als Super Mario 3D Land auf der E3 2011 einer breiten Öffentlichkeit gezeigt. Das erste, originär für einen Handheld entwickelte Mario-Spiel in 3D entfernte sich vor allem aus zwei Gründen weit von der Richtung, die Nintendo mit den beiden Galaxy-Titeln eingeschlagen hatte: Zum einen musste Mario wegen des kleinen Bildschirms eine größere, zentralere Position einnehmen als in bisherigen 3D-Titeln. Zum anderen sollte die fixe Kameraperspektive laut Nintendos damaligem Präsident Satoru Iwata die seit Super Mario 64 bestehenden Schwierigkeiten beheben, in 3D punktgenau einen Fragezeichenblock zu treffen. Das Spiel erschien schließlich zum Weihnachtsgeschäft 2011 und wurde mit knapp 13 Millionen verkauften Exemplaren zu einem der Blockbuster für die Klappkonsole, hauchzart übrigens geschlagen von New Super Mario. Bros 2.

 

Erneuter Doppelschlag

 

So breitet sich die Spielwelt von Bowser's Fury nach dem Intro vor dem Spieler aus - das macht doch gleich Lust aufs Erkunden.
Nintendo war vermutlich schnell klar, dass man die diese doppelgleißige Strategie auch auf der nächsten Heimkonsole Wii U fahren könnte - New Super Mario Bros. U und Super Mario 3D World waren die logische Folge. Während Ersterem 2012 die Ehre zuteil wurde, Mario ins HD-Zeitalter zu führen, brachte der 3D-Land-Nachfolger Super Mario 3D World dessen Spielkonzept zur vollen Blüte - mehr Levels, mehr starke Kostüme, mehr Spieler und mehr Abwechslung machten das ebenfalls aus einer fixen Kamerasicht präsentierte 2,5D-Spiel zu einer Jump’n’Run-Perle, wie sie eben nur bei Nintendos Tokioter EAD-Abteilung wachsen kann. Und dennoch, das hat mich beim Spielen überrascht, merkt man diesem Ausnahmetitel des Jahres 2013 an, dass ein paar Jahre ins Land gezogen sind. Übrigens habe ich das auch bei meinem absoluten Lieblingshüpfer Super Mario Galaxy gemerkt, als ich ihn im Rahmen der Super Mario 3D All-Stars kürzlich mal wieder durchgezockt habe. War Super Mario 3D World schon 2013 nicht so fantasievoll überschäumend, so gewagt und - vom reinen Bauchgefühl her - so neu wie ein Galaxy, fühlt es sich 2021 noch einen Tick biederer an. Das liegt zum einen natürlich daran, dass ich alle Level schon kenne, zum anderen boten ein paar Titel der letzten Jahre aber auch einfach frische Impulse: von den kniffligen 2D-Passagen und Fähigkeiten-Upgrades zweier Oris über die kreativen Scharmützel von Super Mario Odyssey bis hin zu den Controller-Kapriolen von Astro’s Playroom im vergangenen November.

Doch vielleicht…


…sollte ich das Pferd nicht allzu sehr von hinten aufzäumen und etwas Zeit mit der Beschreibung von Super Mario 3D World verbringen: Der Titel hat eine in kleinem Rahmen frei begehbare Oberweltkarte in der Tradition von Super Mario Bros. 3, wo man ganz klassisch ein Level nach dem anderen anzuwählen und zu schaffen hat. Bis zu vier Spieler legen sich auf Mario, Luigi, Peach, Toad oder (die freispielbare) Rosalina fest und stürzen sich ins Hüpfvergnügen. Der Titelheld ist der Allrounder, sein Bruder hüpft höher, der Pilzkopf sprintet schneller und die Prinzessin mit ihrem Gleitsprung ist der einsteigerfreundlichste Charakter. Mit knackiger Steuerung, aber im Vergleich zu Galaxy doch beschränkterem Move-Repertoir geht es durch ein kunterbuntes Charivari des kompletten Plattform-Alphabets: Von „A wie Antagonisten in den Arsch treten“ über „ F wie Fahnensprung zum Finale“ und „S wie Schalter scharf stellen“ bis hin zu „W wie wegbröckelnde Wege“ und „Z wie zaubernde Zwischenbosse“.

 

Die Rätselräume mit Captain Toad sorgen willkommene Abwechlsung - und bekanntlich wurde aus dem Konzept ein eigenes (tolles) Spiel.
Man rutscht über zugefrorene Seen, lässt tragbare Piranha-Pflanzen Feinde wegmampfen, sprintet in Anlehnung an Super Mario Kart über einen Highspeed-Kurs, balgt sich mit Gumbas, Hammerbrüdern und aggressiven Bienen und sammelt sehr häufig Items auf. In kaum einen Mario-Titel zuvor kam den Power-Ups eine derart herausragende Rolle zu: Als Tanooki-Mario profitiert man vom sanften Schwebeflug, mit dem Propellerblock geht es in ungeahnte Höhen, die Kirsche vervielfacht euren Charakter (ein Heidenspaß!), das Boomerang-Kostüm ist optimal für den Kampf (plus weit entfernte Münzen) und die Feuerblume ist natürlich auch dabei. Über allem aber thront die Katzen-Verwandlung: Der feline Anzug sieht nicht nur süß und albern aus, sondern bietet neben dem Zuschlagen und einem besonderen, schrägen Angriffssprung auch das Erklimmen von Wänden. Das erlaubt den Levelbauern ganz neue Variationen, die schon mal gewaltig in die Höhe gehen - einige der zu erbeutenden grünen Sterne (drei sind es in jedem Level) kann man nur mit dem Katzenkostüm holen. Natürlich gibt es auch ein paar knifflige Geisterhäuser, Items spendende Pilz-Buden in der Oberwelt und die spaßigen Sternsammel-Dioramas mit Captain Toad, aus denen bekanntlich sogar ein eigenes Spiel wurde.

 

Leicht...leicht...leicht...superschwer!

 

Starkes Feature: Die Charakter-Vervielfältigung via Kirschen-Power-Up fordert Multitasking-Denken.
Super Mario 3D World ist weit bis in die fünfte, sechste Welt hinein ein eher leichtes Spiel, zieht zum Ende hin aber deutlich an. Wer fünfmal in Folge scheitert, freut sich über das (optionale) Angebot eines Tanooki-Anzugs mit eingebauter Unverwundbarkeits - bei den beinharten Herausforderungen der Bonuswelten hilft das allerdings nur begrenzt weiter. Nett sind auch die sammelbaren Stempel, die in jedem Level versteckt sind, und die in der 2021er Neuauflage auch einen praktischen Nutzen erfüllen: Damit kann ich im neuen Foto-Modus (der über typische Dinge wie Filter & Co. verfügt) einen individuellen Touch in meine Mario-Schnappschüsse bringen. Das komplette Spiel kann zu viert an einer Switch, lokal mit mehreren Konsolen im selben Netzwerk oder auch, eine Nintendo-Online-Mitgliedschaft vorausgesetzt, mit Zockern aus aller Welt gedaddelt werden. Man kann selbst einen Raum erstellen und Freunde einladen oder den Punkt „An einer Partie teilnehmen“ wählen. Unsere Online-Testrunden verliefen fast durch die Bank ruckel- und lagfrei, allerdings solltet ihr bedenken, dass der Spielfortschritt (Level und Sterne) nur beim Host gespeichert wird. In puncto Mehrspieler-Spaß ist Super Mario 3D World in jedem Fall empfehlenswert und dürfte für viele Lacher sorgen - allerdings treten auch ein paar Macken zutage, die beim Solospiel kaum ins Gewicht fallen: War beim Multiplayer-Spiel der 2D-Episoden (auf Wii und Wii U) das Abstoßen der Figuren untereinander oft hinderlich, sind es hier die gefühlt unverschuldeten Tode wegen des gesteigerten Chaos oder die Gefahr, bei schnelleren Stages „hinten raus zu fallen“. Kompetitiv orientierte Hüpspieler freuen sich über das Wetteifern um die höchste Punktzahl pro Level und den royalen Kopfschmuck in der nächsten Stage.

Bowser’s Fury

 

Endlich zurück beim Zusatzinhalt, der für so manchen Mario-Liebhaber das größte Kaufargument für die Switch-Neuauflage sein dürfte: Bowser’s Fury ist kein schnödes Levelpaket mit der Mechanik und den Figuren von Super Mario 3D World, sondern ein eigenes kleines Spiel, das euch gut zehn Stunden lang unterhalten sollte. Es wird vom Hauptspiel aus separat gestartet, hat eigene Speicherstände und kann nicht zu viert gedaddelt werden - lediglich ein zusätzlicher Spieler darf mitmischen und zwar in Form von Bowser Jr., der in seinem Propellerfahrzeug stets an Marios Seite herumschwirrt und im Normalfall von der KI gelenkt wird. Beim Solospiel kann man im Menü einstellen, ob der KI-Helfer Feinde attackieren soll - falls ihr diese Erleichterung nicht wollt, also einfach abschalten! Lenkt ein zweiter Spieler den Mini-Wüterich könnt ihr euch das ähnlich wie in Super Mario Odyssey vorstellen: Dort konnte man als zweiter Spieler Marios Mütze Cappy dirigieren und hier ist es eben Bowser Jr., der so ein paar Items offenlegen, Münzen einsammeln und Gegner ausknocken darf. Kurzum: eine launige, gut gemeinte Dreingabe, die vor allem jüngere Mitspieler beschäftigt, aber bei weitem keinen vollwertigen Zweispieler-Modus darstellt; zumal es Streit ob der Kamera-Kontrolle geben könnte und Bowser Jr. sehr häufig automatisch teleportiert wird, wenn Mario zu rasch durch die Welt turnt.

 

Riesen-Katzenmario vs. Mega-Bowser - zu diesem Duell kommt es im Zusatzinhalt mehrfach.
Wie eingangs erläutert, gibt es hier keine Oberwelt-Karte à la 3D World, keine Hubwelt à la Galaxy und auch keine voneinander getrennten Sandbox-Areale wie in Odyssey: Bowser’s Fury erinnert da schon mehr an den GameCube-Teil Super Mario Sunshine - zum einen wegen des vielen Wassers in der Spielwelt, zum anderen weil einige Teile des Landes von garstigem schwarzen Schleim überzogen sind. Mario watschelt, rennt, rutscht und springt mit frei drehbarer Kamera durch Bowser’s Fury, auch die Plattform-Parcours sind in puncto Aufbau und Ausrichtung eher mit Sunshine oder Odyssey vergleichbar als mit dem 2,5D-Gefühl von 3D World. Allerdings vermisst man hier und da schon das erweiterte Bewegungsrepertoir dieser „echten“ 3D-Episoden, sei es der Wasser-Jetpack, der rettende Drehsprung oder die Möglichkeiten, die Marios Mütze Cappy seinem Manöver-Mix hinzufügte. In Bowser’s Fury muss man stattdessen mit denselben Möglichkeiten wie in 3D World klarkommen.

 

Item-Überfluss

 

Coole Szene: Mario rutscht in einem riesen Schlittschuh über eine Eis-Röhre, die hoch im Himmel thront - ein Absturz ist nicht tödlich, zieht aber einen erneuten Aufstieg nach sich.
Den Verwandlungen kommt auch im Zusatzinhalt eine große Bedeutung zu: Denn die Items, um zu Boomerang-Mario, Fragezeichenblock, Feuerklempner und natürlich Katzenmario werden, sind sehr spendabel verteilt und können neuerdings buchstäblich angehäuft werden - bis zu fünf von jeder Sorte (Pilz, Blume, Glocke, etc.) trägt Mario stets bei sich und kann sie auf Knopfdruck ins Spiel bringen; Bowser Jr. wirft die Items sogar direkt zu Mario, so dass ein Verfehlen fast unmöglich ist. Das reduziert einerseits die Schwierigkeit, eröffnet gleichzeitig aber Möglichkeiten und mindert das Nerv-Potenzial: Kurz vor Schluss von Feuerkoopas gekillt zu werden ist kaum möglich, wenn man fünf Pilze in Reserve hat. Und das Erbeuten eines ersehnten Sammelgegenstands wird auch einfacher, wenn Mario noch ein paar Katzenverwandlungen in der Hinterhand hat. Passend dazu sind die generellen Plattform-Ansprüche im Vergleich zu 3D World etwas gestiegen - einige Passagen mit sich drehenden Untergründen oder brodelnden Lava-Pfannen können ganz schön knifflig sein.

Wasser-Taxi


Also hat man nun eine weitläufige Wasserwelt vor sich, aus der sich etliche Inseln erheben - Inseln natürlich nicht im Sinne eines Far Cry oder Assassin's Creed Odyssey, sondern in Mario-Manier, spricht aus Plattformen, Brücken, hohen Blöcken und noch wilderen Konstruktionen gebaut. Mal gibt es schmale Wege zwischen den Eilanden, mal muss Mario einfach ein paar Meter schwimmen, mal empfiehlt es sich, ein Wasser-Taxi zu nutzen. Der in 3D World eingeführte Drache Plessie wartet an fast jeder Wasserkante und kann wie ein Speedboat benutzt werden, um über den Ozean zu preschen - weil sich so auch kleinere Zusatz-Inseln erreichen lassen und obendrein ein paar Rennspiel-ähnliche Challenges mit Plessie warten, empfehlen sich regelmäßige Abstecher mit dem niedlichen Reit… äh Schwimmtier. Das wichtigste Element sind aber die Katzen-Insignien, die Mario für das Absolvieren der Aufgaben auf den Hauptinseln erhält - mal muss man „lediglich“ ganz nach oben zu einem Turm gelangen, mal einer anderen Figur hinterherjagen oder alle blauen Münzen in einem Zeitlimit einsacken. An vielen Stellen verbirgt sich auch eine Insignie hinter sogenannten Wutblöcken - die kann Mario allein nicht zerstören, hier kommt der Namensgeber der Zusatzepisode ins Spiel.


Bowsers x Godzilla

 

Im neuen Foto-Modus kann man nicht nur tolle Momente festhalten, sondern diesen auch mit Stempeln verzieren.
Alle paar Minuten nämlich taucht ein gigantischer Bowser aus seiner brackigen Tintenpfütze im Zentrum der Welt und stürzt diese ins Chaos: Wind und Regen peitschen euch ins Gesicht, überall fallen rot glühende Plattformen vom Himmel und der Riesendino selbst attackiert mit einem gewaltigen Feueratem. Gelingt es euch, in dieser Zeit eine Katzeninsignie zu holen (vielleicht ja hinter den Wutblöcken, die Bowsers Feuerstoß zerstören kann), ist der Spuk vorbei und der Wüterich für ein paar Minuten verbannt. Wer gerade keine Insignie vor der Nase oder schlicht keine Lust hat, einen Hüpf-Abschnitt zu bewältigen, während Bowser das Unterfangen erschwert, der versteckt sich einfach für gefühlt eine Minute, bis Bowser auch ohne euer Zutun das Weite sucht. 

 

Vielsagendes Bild: 1. Bowser Jr. ist stets an Marios Seite unterwegs. 2. Die Türme, wie der im Hintergrund, nehmen eine zentrale Rolle ein - um sie herum sind viele Hüpfparcours gebaut. 3. Sogar die Bäumchen haben Ohren im Zusatzinhalt Bowser's Fury.
Mein Problem an der Sache: Ich finde dieses Feature nervig! Ich habe keinen Bock auf das Regenwetter, kann Bowsers Attacken nicht brauchen und bin vor allem von deren Penetranz und Regelmäßigkeit genervt. Vor allem in der zweiten Spielhälfte der Erweiterung wurde dieses für Nintendo-Verhältnisse wenig durchdachte und auch noch von Rucklern getrübte Spielelement zum Ärgernis - weswegen ich Bowser’s Fury unterm Strich ein etwas verhalteneres Zeugnis ausstellen muss. Auch die Bossduelle mit dem Wüterich sind nur ordentlich: Wann immer Mario nämlich eine bestimmte Anzahl Insignien erreicht hat, wird in der Spielwelt eine Katzenglocke aktiviert, die Mario auf Augenhöhe mit Bowser bringt. Dann kämpfe ich für kurze Zeit mit einem riesigen, golden leuchtenden Mario-Katze gegen Mega-Bowser - was natürlich an Japans legendäre Monsterfilme oder die pixeligen Spieleklassiker Rampage und King of Monsters erinnert.

Fazit

Ich bin etwas zwiegespalten und nicht ganz so begeistert, wie ich das erwartet hätte. Eigentlich ist das Paket Super Mario 3D World + Bowser’s Fury natürlich sehr gut: Wer den Wii-U-Titel nicht gerade auswendig kennt oder gar noch nie gezockt hat, erhält erstmal ein großartig spielbares, mit coolen Levels und lustigen Verwandlungen nur so vollgestopftes Hüpfspiel. Dessen Switch-Neuerungen sind überschaubar (Foto-Modus ist okay, Online-Mehrspieler heutzutage Pflicht), trotzdem ist das Ergebnis gut: Die Stages sind auch heute noch so schnörkellos poliert wie 2013, die Full-HD-Auflösung lässt das Spiel auf dem TV angenehm scharf aussehen. Die einst per Wii-U-Gamepad ausgelösten Touchscreen-Features mancher Levels werden nun per Neigung plus Tastendruck bedient - das fühlt sich weniger intuitiv an, ist aber kein Beinbruch. Auch den Zusatzinhalt habe ich mit großem Interesse und meist auch großer Freude von vorne bis hinten durchgespielt und ihm natürlich - das mache ich bei allen Super-Mario-Spielen - auch sämtliche Geheimnisse entlockt. Während mich Hüpfpassagen und Sammelaufgaben generell sehr gut unterhalten haben (knapp unter Odyssey-Niveau), empfinde ich das System des Wut-Bowsers mit seinen Chaos-Angriffen auf die Spielwelt als überflüssig und fast schon misslungen - etwas, das ich so von anderen Nintendo-Spielen nicht gewohnt bin. Deshalb bleibt der Switch-Neuveröffentlichung der Sprung in die Platin-Regionen verwehrt.

Pro

  • SM3DW: top Steuerung inkl. Parkour-Sprints die Wand hoch
  • SM3DW: Katzenkostüm nach wie vor der Star des Spiels
  • SM3DW: mal wieder sehr süße Feinde
  • SM3DW: Mehrspieler-Modus kann nun auch online gespielt werden
  • SM3DW: viele den Spielspaß befeuernde Extras & Items
  • SM3DW: stattlicher Umfang mit vielen einladenden Settings
  • SM3DW: zum Schluss etliche angenehm anspruchsvolle Stages
  • BF: bisher das offenste Super-Mario-Hüpfspiel
  • BF: echter Mehrwert zum Hauptspiel: über zehn Stunden Hüpfaction
  • BF: ungewöhnliche Spielstruktur mit Wut-Bowser
  • BF: einige kleine Nebenaufgaben und Geschicklichkeitseinlagen
  • BF: Gegner und Levelobjekte wundervoll katzifiziert

Kontra

  • SM3DW: kann im Mehrspieler-Modus etwas planlos werden
  • SM3DW: Schwierigkeitsgrad (auch wg. Tanooki-Anzug) lange zahm
  • SM3DW: perfektes Landen in dieser Perspektive nicht optimal
  • BF: Bowser kommt zu häufig und nervt eher
  • BF: plattformtechisch nicht das beste 3D-Mario-Leveldesign
  • BF: gelegentliche Ruckeleinlagen, wenn Bowser auftritt
  • BF: manchmal kleine Kameraprobleme
  • BF: Zweispieler-Part mit Bowser Jr. ausbaufähig

Wertung

Switch

So unwiderstehlich wie ein Katzenvideo: Umfang- sowie abwechslungsreicher 2,5D-Plattform-Spaß trifft auf ausgewachsenes Bowser-Addon mit Open-World-Flair. Trotz kleiner, Nintendo-untypischer Macken ein Pflichtkauf-Paket.

Echtgeldtransaktionen

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Kommentare
Lightningfast

Was sagt ihr zum Vergleich zu SM3dW? Welches ist das bessere Spiel? Habe ansonsten nur SMO gespielt.
Wenn du das 10 Leute fragst, wirst du 14 Antworten bekommen.

Für mich ist Galaxy das perfekte Mario-Spiel. Andere finden 3D World perfekt. Wieder andere finden beide eher öde...
Ich persönlich finde, daß man gar nicht lange darüber nachdenken muß: Wenn es Spiele gibt, die man auf einer Nintendo-Konsole unbesehen kaufen kann und sollte, dann sind das Mario-Jump'n'Runs. Von daher: Gönn dir.
Mal gegönnt

Bisher erst 4,5 Level gespielt, aber mein inneres Kind hüpft und die Mundwinkel gehen stark nach oben

vor 19 Tagen
PlayerDeluxe

Ich denke, es ist so eine Art Testlauf. Es steht sicher noch nicht fest, wie das nächste große Mario-Game aussehen wird. Denke, man schaut ziemlich genau darauf, wie Bowser's Fury von der Spielerschaft aufgenommen wird.

vor 22 Tagen
Krulemuk

Also von Bowsers Fury weiß ich noch nicht so Recht, was ich halten soll.

Es fühlt sich sehr komisch an, dass dieses Spiel ausgerechnet mit 3D World als Paket herausgekommen ist. Das hat einfach 0 mit SM3DW zu tun. Eigentlich handelt es sich hier um den großen Odyssey DLC, den sich so viele gewünscht haben. Nur ist der eben noch offener und konzeptuell noch konsequenter. Bisher nerven mich die Bowser-Passagen manchmal schon ein wenig. Bis zu einem abschließenden Urteil muss ich aber noch ein bisschen spielen.

Ich bin mal gespannt, ob dieses "Open World" - Konzept ein Wink für das nächste 3D-Mario sein wird. Ist halt schwieriger dort auch atmosphärische Variation reinzubringen. Ein Breath of the 3D-Mario im ähnlichen Stil könte ich mir aber sehr gut im Pilzkönigreich vorstellen

vor 23 Tagen
Scorplian

Ich kann durchaus damit leben, wenn jemand anderem ein Spiel, das ich mag, nicht wirklich gefällt - Kein Problem
Weiß ich doch

Ich betone das ja auch nur so offen, weil es mich selbst doch sehr überrascht hat.

vor 23 Tagen
Krulemuk

Ich kann durchaus damit leben, wenn jemand anderem ein Spiel, das ich mag, nicht wirklich gefällt - Kein Problem

64 wäre übrigens bei mir auch nicht ganz so weit oben gewesen, wenn ich es letztes Jahr nicht gespielt hätte und erstaunt gewesen wäre, wie gut das Spiel auch heute noch ist.

Edit: So, ich bin jetzt durch mit meinem 100% Run. War mal wieder ein toller Ritt. Die Champions Road (letztes Bonuslevel) hat mir mal wieder ein paar zusätzliche graue Haare wachsen lassen). Ich bin glaube deutlich mehr als 50 Mal gestorben Das Spiel fängt mit einem eher niedrigen Schwierigkeitsgrad an aber stellt sich dann am Ende in den Bonuswelten als das für mich nach wie vor schwerste "moderne" Mario heraus.

Nun muss ich mal gucken, ob ich Bowsers Fury direkt ranhänge...

Zuletzt bearbeitet vor 24 Tagen

vor 25 Tagen